Viersen, 26.04. 2018. Welche Verantwortung zur politischen und gesellschaftlichen Stellungnahme hat das Genre der Phantastik? Das Branchentreffen des Phantastik-Autoren-Netzwerks (PAN) e.V. in Köln eröffnete den Dialog darüber, der im Netz seit Tagen weitergeführt wird. Die Gründungsvorsitzende Diana Menschig wurde von der Vollversammlung des Vereins zudem im Amt bestätigt.

Unter dem Motto „Träumen Androiden von Freiheit? Über Gesellschaft und Politik in der Phantastik“ versammelten sich 150 Branchenmitglieder aus Autorenschaft, Lektorat, Verlagen und Agenturen von Donnerstag, dem 19. bis Samstag, den 21. April 2018 im Odysseum Köln, um zu diskutieren, wie politisch die Phantastik sein darf – oder muss.

Von Macht und Märchen, gesellschaftlichen Themen in der What-if-Science-Fiction über Verbote von phantastischen Comics in den fünfziger Jahren bis hin zur Diversität und Intersektionalität in der Phantastik – auf dem Podium und im Plenum des dritten Branchentreffens der Phantastik wurde bereits am ersten Tag hitzig diskutiert.

Der Freitag wurde durch eine Mischung brancheninterner Themen und Politik bestimmt: ein Resümée über die Phantastik-Bestenliste, Phantastik im Fachwerk der Renaissance sowie die Freiheit des Wortes von rechtlicher Seite bestimmten den Vormittag. Den spannenden Abschluss bildeten nachmittags der Nutzen von Youtube von Marketing-Seite, die Erfahrungen des Autors Tommy Krappweis („Bernd das Brot“, „Mara und der Feuerbringer“) mit der rechten Szene („Thor war kein Nazi!“), sowie die Diskussionsrunde „Autor - Beruf mit Zukunft oder Berufung ohne Perspektive?“, in der Mitarbeiter von Verlagen und Autoren miteinander über Leidenschaft, Verantwortung und Honorare sprachen.

„Selten hatten wir so viel Publikumsbeteiligung auf dem Treffen“, sagt Diana Menschig, die erste Vorsitzende und Hauptveranstalterin des Branchentreffens, die auf der Vollversammlung des Vereins am Samstagmorgen für weitere zwei Jahre im Amt bestätigt wurde. „Offenbar brannten die Themen vielen Teilnehmern auf der Seele.“

„Wir hätten uns nicht träumen lassen, dass wir mit der Veranstaltung auch im dritten Jahr noch so wachsen“, fasst Lena Falkenhagen, die stellvertretende Vorsitzende des Vereins, zusammen. „Das Bedürfnis nach einem Dialog innerhalb der Branche steigt – im Netz wird auch vier Tage später immer noch diskutiert!“ (Linksammlung unter Presse)

Das Branchentreffen der Phantastik wird seit 2016 abgehalten, um von Verlagen bis Autoren alle Gestalter der Phantastik zum Netzwerken und Diskurs zu versammeln. Auch im dritten Jahr gehen wichtige Impulse aus der Veranstaltung in die Branche. Das Programm der vergangenen Veranstaltungen ist unter www.pan-branchentreffen.de einsehbar.

Auf der Vollversammlung des Vereins wurde Diana Menschig als erste Vorsitzende einstimmig für zwei weitere Jahre im Amt bestätigt. Der bislang dreiköpfige Vorstand mit Menschig, der stellvertretenden Vorsitzenden Lena Falkenhagen und der Schatzmeisterin Fabienne Siegmund begrüßte zudem die Autorin und Lektorin Susanne Pavlovic als viertes Mitglied. „Arbeit haben wir genug“, stellte Siegmund erfreut fest.

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